Rechte und Pflichten in sozialen Medien

Verehrte Muslime!

Der Islam lehrt uns nicht nur, wie wir unsere Gebete und anderen Ibadas verrichten sollen. Er lehrt uns vor allem auch, schön zu handeln, schön zu sprechen, unser Herz reinzuhalten. Als Gläubige leben wir mit dem Bewusstsein, dass Allah stets an unserer Seite ist – in der Moschee, zu Hause, bei der Arbeit und auch am Handy und in den sozialen Medien. Heutzutage sprechen wir nicht nur mit unserer Zunge. Wir sprechen auch durch das, was wir tippen. Ein Satz, ein Kommentar oder ein Bild kann innerhalb weniger Sekunden Tausende Menschen erreichen. Deshalb ist es nötig über unsere Verantwortung im Internet zu sprechen, die Rechte anderer zu respektieren und unseren Iman zu bewahren.

 

Im Koran heißt es: „O ihr Gläubigen! Wenn euch ein Mensch, der sich nicht an Allahs Gebote hält, eine Nachricht überbringt, dann prüft, ob sie wahr ist. Sonst fügt ihr Menschen aus Unwissenheit Schaden zu und bereut später, was ihr getan habt.“[1] Und Allah sagt: „O ihr Gläubigen! Hütet euch vor vielen Vermutungen, denn manche Vermutungen sind Sünde. Spioniert einander nicht aus und redet nicht schlecht übereinander. Würde etwa einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen?“[2] Diese Gebote des Korans gelten natürlich auch für unseren Umgang im Internet. Jeder Beitrag, den wir ungeprüft teilen, kann die Würde eines Menschen verletzen. Das Privatleben anderer öffentlich zu machen, sie zu beleidigen oder ihre Fehler zu verbreiten, ist kein harmloser Beitrag in den sozialen Medien. Damit verletzen wir die Rechte anderer auf schwerwiegende Weise.

 

Liebe Geschwister!

Ein Kommentar ist in kurzer Zeit geschrieben. Doch durch solche Kommentare werden Menschen öffentlich verunglimpft. Der Islam erlaubt uns nicht, die Ehre und Würde eines Menschen zu verletzen. Ein Like oder ein geteilter Beitrag können dazu führen, dass wir eine Lüge über jemanden verbreiten. Vielleicht vergessen wir es manchmal, aber: Auch die Worte, die wir hinter einem Bildschirm versteckt schreiben, werden bei Allah festgehalten.

 

Der Gesandte Allahs (s) sagte: „Es genügt einem Menschen als Sünde, alles weiterzuerzählen, was er hört.“[3] Unsere Sprache ist uns anvertraut. Genauso tragen wir Verantwortung für das, was wir mit einem Stift oder einer Tastatur schreiben. Jedes Wort, das wir schreiben, kann zu einer guten Tat werden, für die wir immer weiter belohnt werden. Es kann aber auch Schuld auf uns laden, die weiterwirkt. Bevor wir etwas teilen, sollten wir uns fragen: Stimmt diese Information? Könnten diese Worte jemanden verletzen? Ist Allah damit zufrieden? Wenn die Information nicht stimmt, unsere Worte jemanden verletzen oder Allah damit nicht zufrieden ist, sollten wir schweigen

 

Bringen wir unseren Kindern deshalb nicht nur bei, wie man mit Technik umgeht. Zeigen wir ihnen auch, wie sie dabei anständig und verantwortungsvoll handeln. Machen wir die sozialen Medien zu einem Ort, an dem Wahrheit, Weisheit, Wissen und gute Worte verbreitet werden – statt übler Nachrede, Wut und Hass.

Möge Allah uns helfen, die Ehre und Würde anderer im Leben und im Internet zu beschützen und durch

[1] Sure Hudschurat, 49:6

[2] Sure Hudschurat, 49:12

[3] Abu Dawud, Adab, 80

 

Hutba – Deutsch

Hutba – Türkisch

Hutba – Englisch

Hutba – Arabisch

Hutba – Niederländisch

Hutba – Französisch

Hutba – Schwedisch

Hutba – Dänisch

Nach oben scrollen