Verehrte Muslime!
Heute sprechen wir über den Propheten Ibrâhîm (a). Er ist bekannt für seine Hingabe und sein Vertrauen in Allah. Unser Prophet Muhammad (s) sagte über ihn: „Jeder Prophet hat unter den Propheten einen Vertrauten. Mein Vertrauter ist mein Vorfahre Ibrâhîm. Allah hat ihn sich zum Freund erwählt.“[1] Ibrâhîm (a) ist das Symbol dafür, sich für den Tawhid einzusetzen. Keine Prüfung konnte sein Vertrauen in Allah und seine Hingabe erschüttern. Als er die Götzen zertrümmerte, als er ins Feuer geworfen wurde oder als er sich bereit machte, seinen Sohn auf dem Wege Allahs zu opfern – er blieb im Herzen standhaft und sagte: „Mein Herr genügt mir, er ist der beste Beschützer.“[2]
Ergebenheit bedeutet nicht, Verstand und Willen aufzugeben, sondern ganz im Gegenteil, beides zu benutzen, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Ibrâhîm (a) konnte selbst in dem Wissen, dass er ins Feuer geworfen wird, sagen: „Ich habe mich Allah ergeben.“ Das ist die unerschütterliche Standhaftigkeit eines Herzens, das vom Glauben durchdrungen ist. Wer auf seinen Schöpfer vertraut, verliert auch in schwierigen Situationen nicht die Hoffnung, sondern ist geduldig. Ergebenheit bedeutet, nicht den eigenen Plan, sondern Allahs Bestimmung als das Schönere anzuerkennen. Denn wer sich Allah hingibt, der weiß, dass seine Bestimmung stets zum Wohl der Menschen ist.
Verehrte Muslime!
Unser Ziel ist es, die Haltung des Propheten Ibrâhîm (a) zum Vorbild zu nehmen. Also nicht nur vom Glauben zu sprechen, sondern ihn tief im Herzen zu tragen und im Leben umzusetzen. Lasst uns in unserer Familie, auf unserer Arbeit und in unserem Zusammenleben aufrichtig und gerecht sein. Wenn wir dieses Bewusstsein der Hingabe vor allem in die Herzen unserer Jugend pflanzen, dann wird die Zukunft schöner.
Lasst uns das Duâ von Ibrâhîm (a) im Herzen bewahren und sprechen: „Mein Herr! Mache mich und meine Nachkommen zu solchen, die das Gebet aufrichtig verrichten. Unser Herr, erhöre mein Bittgebet!“[3]
Möge Allah uns mit dem Glauben, der Hingabe und dem Gottvertrauen des Propheten Ibrâhîm (a) ausstatten. Möge er unsere Herzen öffnen für sein Wohlgefallen und seine Rechtleitung. Lasst uns unsere Hutba mit dem Duâ beschließen, das Ibrâhîm (a) gemeinsam mit seinem Sohn Ismâîl (a) gesprochen hat, als sie die Kaaba errichteten: „O unser Herr! Mache uns dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde Gottergebener. Und zeige uns unsere Riten und kehre dich uns zu; denn siehe, du bist der Vergebende, der Barmherzige.“[4] Âmîn.
[1] Tirmizî, Tafsîr al-Kur’ân, 3
[2] Vgl. Tabarî, Dschâmi al-Bayân, XVII, 57-58
[3] Sure Ibrâhîm, 14:40
[4] Sure Bakara, 2:128