Die Höflichkeit des Gläubigen

Verehrte Muslime!

Der Iman macht uns zu Gläubigen. Unser Glaube verschönert unser Herz, unsere Worte, unsere Haltung und unser Verhalten. Andere lernen den Iman durch unser Verhalten und unsere Worte kennen. Deshalb soll der Gläubige jemand sein, der mit seiner Zunge nicht verletzt, sondern heilt, jemand, der keine Angst verbreitet, sondern Vertrauen schafft.

 

Allah möchte, dass wir freundlich sprechen, auch wenn es schwerfällt. Als der Prophet Mûsâ (a) zum Pharao gesandt wurde, lautete das Gebot: „Doch sprecht mit ihm auf freundliche Weise. Vielleicht lässt er sich ermahnen oder lernt, sich vor mir zu fürchten.[1] Das zeigt uns etwas Grundlegendes: Höflichkeit ist keine Schwäche, sie ist eine bewusste Haltung. Höflichkeit bedeutet nicht, das Wahre aufzugeben, sie bedeutet, das Wahre mit der richtigen Sprache zu vermitteln. Die Wahrheit zu sagen, heißt nicht, laut, grob und rücksichtslos zu reden. Der Gläubige soll die Wahrheit anständig und wirkungsvoll ausdrücken.

 

So heißt es im edlen Koran über unseren Propheten (s): „Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bitte für sie um Verzeihung und ziehe sie in der Sache zu Rate, aber wenn du einmal entschlossen bist, dann vertraue auf Allah; siehe, Allah liebt die ihm Vertrauenden.[2] Der Weg zu den Herzen ist nicht der Weg der Härte, sondern geht durch Weisheit, Barmherzigkeit und die richtige Sprache.

 

Liebe Geschwister!

Allah sagt: „Wer könnte schöner sprechen als wer die Menschen zu Allah einlädt, aufrichtig handelt und sagt: ‚Ich bin einer der Gottergebenen’?[3] Das heißt: Schönes Sprechen bedeckt Fehler, wertschätzt Menschen und verbindet sie. Daraus lernen wir viel über unseren Propheten (s), welcher sagte: „Erleichtert und erschwert nicht. Bringt frohe Botschaft und seid nicht abstoßend.[4] Zudem sagte er: „Ein Gläubiger klagt nicht, flucht nicht, verwendet keine hässlichen Worte und verhält sich nicht unhöflich.[5] Diese Maßstäbe gelten überall: zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Moschee und in jedem Bereich des gesellschaftlichen Lebens.

 

Lasst uns also nicht unsere Stimme erheben, sondern unser Wort. Lasst uns entweder die Wahrheit sagen oder schweigen. Lasst uns niemanden verletzen, auch wenn wir im Recht sind. Wenn wir einen Fehler ansprechen, lasst uns das Verhalten benennen, nicht die Person. Statt den Fehler eines Bruders oder einer Schwester weiter zu erzählen, lasst uns versuchen, zu helfen. Und wenn das nicht gelingt, lasst uns die Fehler bedecken. Bevor wir sprechen, bevor wir schreiben, bevor wir etwas teilen – lasst uns innehalten und fragen: Könnte ich damit jemanden verletzen?

 

O Allah! Schmücke unsere Zunge mit Aufrichtigkeit, unsere Sprache mit Höflichkeit und unser Herz mit Barmherzigkeit. Âmîn.

[1] Sure Tâhâ, 20:44

[2] Sure Âli Imrân, 3:159

[3] Sure Fussilat, 41:33

[4] Buhârî, Ilm 11, Adab 80, Dschihad 164

[5] Tirmizî, Birr 48

 

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