Islamische Gemeinschaft und Hasene: Außergewöhnliche Spendenbereitschaft – Erdbebenopfern pragmatische Einreise ermöglichen

„Die humanitäre Situation in den Erdbebengebieten ist katastrophal. Trotz der hohen Spendenbereitschaft, benötigen die Betroffenen in den Erdbebengebieten dringend weitere Hilfen. Wir appellieren an die Europäische Union und an die Mitgliedsstaaten, den Erdbebenopfern unbürokratisch die Einreise zu ihren Verwandten zu ermöglichen“, erklären Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş, und Bekir Altaş, Vorsitzender der Hilfsorganisation „Hasene International e.V“. Ergün und Altaş sind in den Erdbebengebieten.

Binnen weniger Tage haben die Islamische Gemeinschaft und der Hilfsverein Hasene für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien mehrere Millionen Euro gesammelt. Die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Menschen hält ungebrochen an. Die Situation vor Ort ist jedoch weiterhin katastrophal und wird zunehmend unerträglich. Viele Menschen stehen vor dem Nichts, harren bei Minusgraden ohne Unterkunft aus, bangen und trauern um ihre Verletzten und Toten, müssen Tagelang auf die Beisetzung ihrer Verstorbenen warten. IGMG-Vorsitzender Kemal Ergün und Hasene-Vorsitzender Bekir Altaş sind mit einer Delegation von Helferinnen und Helfern vor Ort. Sie leisten den Menschen seelsorgerischen Beistand und koordinieren die Verteilung der Spenden in der Türkei und in den syrischen Gebieten. Bekir Altaş wird am Samstag in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten in Syrien sein.

„Was wir hier vorfinden und erleben, ist kaum in Worte zu fassen. Das Leid der Menschen ist unermesslich. Die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Bekleidung wird zwar immer besser, ausreichend ist das aber noch lange nicht. Nach wie vor verbringen Hunderttausende die kalten Nächte im Freien, benötigen psychologischen sowie seelischen Beistand. Wir sind nicht nur physisch vor Ort bei den Menschen, sondern leiden und trauern auch mit ihnen. Ich rufe alle Menschen rund um den Globus dazu auf, für die Menschen hier zu beten, an sie zu denken, sich mit ihnen zu solidarisieren“, erklärt IGMG-Vorsitzender Kemal Ergün.

Hasene-Vorsitzender Bekir Altaş appelliert an die Europäische Union und an die Mitgliedsstaaten, den Erdbebenopfern, schnell und unbürokratisch die Einreise zu ihren Verwandten in Europa zu ermöglichen. Die Menschen seien in den Nachtstunden vom Erdbeben getroffen worden und kaum jemand habe seinen Ausweis bei sich. Insofern benötigten sie pragmatische Lösungen, etwa Visumserteilung nach der Einreise sowie Identifizierung vor Ort durch Verwandte.

„In EU-Ländern leben mehrere Millionen Türkeistämmige, die sich um ihre Verwandten in den Erdbebengebieten sorgen und sie bei sich aufnehmen möchten – zumindest bis die kalten Wintermonate vorüber sind. Die bisher geleistete Hilfe und die Entsendung von Rettungskräften sind sehr wichtig. Die, die das das Glück haben, aus den Trümmern gerettet zu werden, werden anschließend aber der Obdachlosigkeit und dem Tod durch Erfrieren ausgesetzt – Ältere, Frauen, Kinder. Schnelle und unkomplizierte Hilfe durch Lockerung von Einreisebestimmungen sind das Gebot der Stunde. Dass das möglich ist, hat die EU bei der vorbildlichen Aufnahme der Menschen aus der Ukraine bereits unter Beweis gestellt“, erklärt Bekir Altaş.

Kemal Ergün weiter: „Wir sind in unseren Gedanken und Gebeten bei den Betroffenen. Wir leiden und hoffen mit ihnen, dass dieser unerträgliche Schmerz bald abklingt. Wir wünschen allen Verstorbenen Allahs Barmherzigkeit und den Verletzten baldige Genesung. An diesem Freitag werden wir in allen Moscheen beim Freitagsgebet für die Opfer beten und weiter für sie Spenden sammeln.“

HASENE-Spendenkonto:
IBAN: DE80 3705 0299 0149 2890 54
BIC: COKSDE33XXX
Verwendungszweck: 0031255

Nach oben scrollen